Wie erkenne ich Phishing-Mails?

Was ist Phishing?

Phishing ist eine Methode des Online-Betrugs, bei der Kriminelle versuchen, durch gefälschte E-Mails oder Websites persönliche und sensible Daten zu stehlen. Ziel ist es häufig, Passwörter, Bankdaten oder andere vertrauliche Informationen zu erlangen. Dabei geben sich die Angreifer als vertrauenswürdige Unternehmen oder Personen aus, um den Empfänger zur Preisgabe seiner Daten zu bewegen.

Phishing-Mails enthalten oft täuschend echte Nachbildungen von Firmenlogos und Webseiten. Sie setzen den Empfänger unter Druck, indem sie dringende Maßnahmen fordern, beispielsweise die Sperrung eines Kontos oder die Notwendigkeit zur Aktualisierung von Zugangsdaten.


Wie funktioniert Phishing?

Phishing erfolgt meist über betrügerische E-Mails, die Links zu gefälschten Login-Seiten enthalten. Diese Seiten sehen dem Original oft täuschend ähnlich und fordern dazu auf, Anmeldedaten einzugeben. Die Betrüger können dann die Zugangsdaten nutzen, um sich in Konten einzuloggen und sensible Informationen zu missbrauchen.

Typische Merkmale von Phishing-Mails sind:

  • Dringende Aufforderungen zum Handeln (z. B. "Ihr Konto wurde gesperrt!")
  • Verdächtige Links, die zu gefälschten Webseiten führen
  • E-Mail-Anhänge, die Schadsoftware enthalten
  • Mangelhafte Rechtschreibung und Grammatik

Ein weiteres gängiges Vorgehen ist das sogenannte Spear-Phishing: Hier werden die Angriffe gezielt auf Einzelpersonen oder Unternehmen zugeschnitten, um möglichst authentisch zu wirken.


Arten von Phishing-Mails

Betrüger nutzen unterschiedlichste Szenarien, um ihre Opfer zu täuschen. Häufige Betreffzeilen solcher E-Mails sind:

  • "Ihr Konto wurde gesperrt – sofortige Reaktion erforderlich!"
  • "Sie haben eine Erbschaft erhalten"
  • "Herzlichen Glückwunsch! Sie haben gewonnen"
  • "Bestätigung Ihrer Kontodaten erforderlich"
  • "Ungewöhnliche Aktivitäten auf Ihrem Konto – bitte prüfen Sie Ihre Daten"

Phishing-Mails enthalten oft einen Link zu einer gefälschten Website oder einen Anhang mit Schadsoftware, die beim Öffnen das System infiziert.


So erkennen Sie Phishing-Mails

Trotz immer ausgefeilterer Methoden gibt es einige Anzeichen, die auf eine Phishing-Mail hinweisen:

1. Schlechte Sprache und Rechtschreibfehler

Viele Phishing-Mails enthalten auffällige Grammatik- und Rechtschreibfehler – ein klassisches Warnsignal.

2. Fehlende persönliche Anrede

Seriöse Unternehmen sprechen ihre Kunden meist mit Namen an. E-Mails mit allgemeinen Formulierungen wie "Sehr geehrter Kunde" sind verdächtig.

3. Aufforderung zu schnellem Handeln

Phishing-Mails setzen oft unter Druck, indem sie behaupten, dass ein Konto gesperrt wurde oder eine dringende Aktion erforderlich ist.

Bevor Sie auf einen Link klicken, fahren Sie mit der Maus darüber (sogenanntes "Hovering"). Wenn die URL nicht zur offiziellen Unternehmensseite passt oder kryptische Zeichen enthält, ist Vorsicht geboten.

5. Gefälschte Absenderadressen

Überprüfen Sie den tatsächlichen Absender, indem Sie die komplette E-Mail-Adresse einblenden lassen. Häufig unterscheiden sich Phishing-Absender nur minimal von echten Adressen.

6. Keine sichere Verbindung (HTTPS)

Achten Sie darauf, dass die Website, auf der Sie sich anmelden sollen, eine verschlüsselte Verbindung (https://) mit einem geschlossenen Schloss-Symbol hat. Fehlende Sicherheitszertifikate sind ein Warnzeichen.

7. Fehlendes oder unvollständiges Impressum

Seriöse Unternehmen sind verpflichtet, ein vollständiges Impressum in ihren E-Mails anzugeben. Fehlen wichtige Angaben oder wirkt das Impressum unprofessionell, ist Vorsicht geboten.


Was tun bei verdächtigen E-Mails?

Wenn Sie eine verdächtige E-Mail erhalten, sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Nicht auf Links klicken oder Anhänge öffnen
  • Keine persönlichen Daten preisgeben
  • Den Absender direkt kontaktieren (über offizielle Kanäle, nicht über die E-Mail)
  • Den Vorfall melden (z. B. bei Ihrem IT-Sicherheitsbeauftragten oder der Verbraucherzentrale)
  • Die E-Mail löschen oder als Spam markieren

Seien Sie stets wachsam und skeptisch gegenüber unerwarteten Nachrichten. Eine gesunde Portion Misstrauen kann helfen, sich vor Phishing-Angriffen zu schützen!